Reeperbahnfestival

Aus gutem Grund bin ich kein Journalist geworden. Zu beliebigen Themen und Ereignissen irgendetwas von hinreichender Bedeutung zu schreiben, fiel mir immer schon schwer. Und über Musik zu schreiben gelingt auch nur den wenigsten Profis gut. Zum Reeperbahnfestival, das ich dieses Jahr zum ersten Mal besuchte, möchte ich mich deshalb auch gar nicht zur Musik äußern. Der Reiz und gleichzeitig die Krux dieses Festivals liegen in der Vielfalt, so dass bei der Unmenge der Locations und Bands immer der Eindruck entsteht, man hätte zu wenig gesehen bzw. gehört und das Meiste verpasst.

Mojo

Mojo

food trucks, Docks

food trucks, Docks

Grünspan

Grünspan

CupCake statt Espresso

Wir waren in Hamburg unterwegs und wollten nur einen Kaffee trinken. In Gedanken an ein kleines gemütliches Cafe in Altona kehrten wir den großen Cafes den Rücken und stattdesen ein in ein kleines Lädchen mit einem sehr großen CupCake Schild und fanden uns wieder in einer kleinen CupCake Oase oder besser KäppchenKuchen Oase.

Während wir bedient wurden war kaum Zeit, die Sinneseindrücke zu verarbeiten, die auf uns einwirkten. Eine optische Reizüberflutung auf engstem Raum, dank einer unvergleichlichen Farbvielfalt. Die Cakes waren zum Mitnehmen gedacht, dachte zumindest der Cake Bäcker und packte sie gleich ein, aber einen Espresso wollten wir noch schnell im Laden geniessen. Unglücklicherweise war die Espressomaschine ganz neu und dem Cake Bäcker deren Bedienung noch fremd. Ganz amerikanisch serviceorientiert versuchte er sein Bestes, was leider völlig misslang. Ohne Koffein, aber nach ganz viel Spaß und mit noch mehr Zucker verliessen wir den Laden.

Die Cakes waren nach einhelliger Meinung ein großer Genuß und der Laden eine kleine Entdeckung.

KäppchenKuchen Lädchen, Eppendorfer Weg, Hamburg

KäppchenKuchen Auslage

KäppchenKuchen Lädchen, Eppendorfer Weg, Hamburg

KäppchenKuchen sweeties

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danach kannst du deinen namen tanzen

IMG_20150809_155259-1024x1536was von solchen Versprechungen zu halten ist, lernt der umworbene Konsument im Kindesalter. Aber was, wenn ein seriöser Kunstverein mit den Worten ”Der Kunstverein in Hamburg stellt sechs Fragen über die Zukunft der Fotografie, welche die Relevanz des Fotografischen innerhalb zeitgenössischer Bilddiskurse thematisieren.“ in eine Ausstellung einlädt? Natürlich steht da nicht, dass der Kunstverein auch Antworten gibt, aber irgendwie hatte ich mir mehr erwartet, als Polaroids in aufgeschnittene Matratzen zu stecken um „Materialisierung in der Fotografie“ zu thematisieren. „The Day Will Come – When Photography Revises“ für mich eine große Enttäuschung.

Wir haben das schöne Wetter dann genutzt, um die Hamburger Innenstadt zu durchqueren. Angefangen in der Hafencity über Landungsbrücken und St. Georg wieder zurück zum Hauptbahnhof.  Einiges, so noch nicht gesehen und mangels Kamera nur mit dem Handy festgehalten. Aber wer weiss, vielleicht „lässt sich daraus ein neues digitales Bildverständnis ableiten„?

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