Von frischen Fischen und ehrlichen Mitmenschen

Gestern hatten wir einen Fischstand in unserem Ferienörtchen entdeckt und Makrelen mitgenommen. Seitdem wir in Norwegen waren und fangfrische Makrelen gegessen haben, bin ich etwas verwöhnt, was diese besonders leicht verderblichen Fische angeht. Deshalb kaufe ich sie nur noch, wenn ich sicher sein kann, dass sie in einem ähnlich frischen Zustand sind, wie damals. Gestern war es also mal wieder so weit und sie schmeckten wunderbar.

Heute morgen also wieder zum Stand, um zu sehen was dem Fischer heute ins Netz gegangen ist. Neben Knurrhahn, kleinen Haien und ein, zwei anderen Arten  die ich nicht kannte, waren auch allerliebste Schollen und ein Steinbutt anwesend.
Steinbutt hatte ich noch nie zubereitet, also musste er dran glauben, zwei Schollen mussten auch noch mit. Obwohl ausgenommen, hat der Butt auf der Rückfahrt in der Kühltasche noch ein paar Lebenszeichen von sich gegeben, so viel zur Frische.

Abends gab es ihn dann mit Tomaten, Thymian, Knoblauch aus dem Ofen zusammen mit Pasta.

Aber seht selbst.

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An der Stelle muss ich mich leider selbst loben (auch weil hier sonst keiner etwas schreiben darf), das Essen war hervorragend und in dieser Küche nicht ganz einfach zuzubereiten.

Und noch ein paar Worte zu meiner inkonsequenten Haltung als pragmatischem Vegetarier bzw. Pesketarier. Wenn man sieht, mit wieviel Aufwand hier vor Ort Fische gefangen werden und wieviele Leute damit beschäftigt sind bzw. davon leben, dann ist das definitiv nicht massentauglich und nicht verantwortlich für die Überfischung. Das gilt sicher nicht für den Großteil der Fische, die ich sonst so zu mir nehme, aber hier zumindest habe ich zumindest aus Gründen der Tierindustrialisierung kein schlechtes Gewissen.

Tagsüber waren wir übrigens in Dieppe auf sight seeing tour. Einmal quer durch die Altstadt und zurück bei sehr unterschiedlichem Wetter. Luna hatte ebenfalls ihren Spaß dabei. Als eine Katze ihr buchstäblich vor der Nase herumgetanzt ist, hat sie kurzzeitig die Fassung verloren und sich sehr echauffiert.
Gegen Mittag haben wir uns dann ein kleines Cafe gesucht. Vor der Bestellung ist mir aufgefallen, dass meine Brieftasche nicht an ihrem gewohnten Platz war.
Nach kurzer Überlegung war klar, bei welchen Gelegenheiten sie mir verlustig hatte gehen können: beim Besuch der Burg. Wir uns also aufgemacht und getrennt die in Frage kommenden Orte begangen, ohne Erfolg. Zuletzt habe ich das dortige Museum aufgesucht in der Hoffnung jemand hätte den Verlust entdeckt und die Brieftasche dort abgegeben.
Noch bevor ich dort an der Reihe war wurde ich begrüßt und nach meinem Namen gefragt. Da ich nicht davon ausgegangen bin, dass man mich hier kennen würde, war die Sache schnell klar. Vielen Dank an den ehrlichen und anonymen Finder.

Stau, Regen, Stau, Regen,…

oder Ankunft in Pourville sur Mer.

Wir haben schon bei leichtem Nieselregen unsere Sachen in Belgien gepackt, aber auf der Fahrt regnete es dann immer wieder richtig. Zusammen mit mehreren Staus, beginnend mit dem ersten kurz vor der französischen Grenze und endend mit dem letzten bei der Autobahnausfahrt nach Dieppe,war der zweite Teil der Anreise anstrengender als der erste, weit längere.

Unserer Unterkunft muss ich noch mindestens einen eigenen, wenn nicht weitere Artikel widmen. Deshalb jetzt nicht mehr.

Heute erstmal nur ein Foto aus unserem Schlafzimmer.

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Das Wetter ist noch ein wenig traurig, aber man sieht La Mer, das ist die Hauptsache.

Morgen gehen wir den Fragen nach, wo der Einheimische seinen Wein und seinen Fisch einkauft.

Nicht klären konnten wir heute wo der Genter frühstücken geht und warum ich immer wieder auf Starbucks reinfalle.

Gent

Wir verbringen auf der Fahrt nach Dieppe die Nacht von Sonntag auf Montag in Gent. So können wir am Montag ganz gemütlich die letzten Kilometer fahren ohne in den nordrhein-westfälischen Berufsverkehr zu geraten.
Als wir am Nachmittag in unserem Hotel ankommen werden wir sehr freundlich aufgenommen und gleich mit allem Wissenswerten über die Stadt versorgt. Dabei erfahren wir, dass derzeit in der gesamten Altstadt ein Festival tobt.

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Und in der Tat wurde uns nicht zu viel versprochen. Überall wird Musik gemacht und die Straßen sind voller Menschen.
Ein sehr schöner Urlaubsanfang.

Hamburger Entenrennen

Unsere Teilnehmer am Wettschwimmen

Unsere Teilnehmer am Wettschwimmen: Modell „Ente schwedisch” und Ente „Ein Bissen Wolf”.

 

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Die Wetterbedingungen waren optimal. Außentemperatur um die 18°, leichte Bewölkung, niederschlagsfrei. Böig auffrischender Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 46 km/h aus westlicher Richtung.

Die Teilnehmer in der Startvorrichtung

Die Teilnehmer befinden sich noch in luftiger Höhe. Bis zum Start werden sie auf ca. 1m über der Wasseroberfläche herbgelassen. Die Nervosität steigt.

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Die Schwimmer befinden sich auf dem Wasser. Das Teilnehmerfeld ist noch geschlossen. Von hinten wird aber bereits ordentlich Wirbel veranstaltet.

 

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Die Ankunft im Ziel wird begleitet von Kreuzfahrtschiffen und der lokalen Presse.

 

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Rettungsschwimmer befinden sich unmittelbar vor Ort, jederzeit bereit die entkräfteten Sportler vor dem Schlimmsten zu bewahren. Für das Rennen mussten auch die letzten Kraftreserven mobilisiert werden.

Monte Grona

„Schöne, abwechslungsreiche, familienfreundliche Tour auf einen Gipfel mit Rundum-Aussicht. Verlässliche Einkehrmöglichkeit ins bekannte Rifugio Menaggio.“

Diese Tour sollte unsere erste Annäherung an die Bergwelt des Comer Sees sein. Mit 1730m Höhe klang die Ankündigung des Reiseführers nicht nach einer allzu großen Anstrengung. Trotzdem gehen wir die Bergwanderung nicht blauäugig an, sondern sind mit Bergschuhen gut gerüstet und wollen den sommerlichen Temperaturen, es hat hier am See durchgehend 29°C, durch einen frühen Aufstieg entgehen.

Die Wanderzeit ist mit 2h für den Aufstieg angegeben. Um vor der Mittagsonne am Gipfel zu sein, wollen wir also gegen 8:30 Uhr los. Mit reichlich Reserve, wie wir denken.

Leichter Regen empfängt uns, als wir nahezu pünktlich am Ausgangsort losmarschieren. Die Sicht lässt kaum eine Unterscheidung von See, Bergen und Horizont zu. Wir sind bei der Anfahrt durch die Wolkendecke gestossen und befinden uns auf ca. 900m Höhe.

Gleich von Beginn an geht es zügig aufwärts. Unser Parkplatz ist etwas unterhalb dessen, den der Wanderführer gemeint, aber nicht exakt beschrieben hatte. Wir fühlen mit dem Auto, das auf der schlecht befestigten Strasse und den engen Serpentinen schon Mühe hatte und vor uns auf leicht erhöhte Betriebstemperatur kommt.(Beim nächsten Autokauf ziehe ich einen 4-Rad-Antrieb in Erwägung. Diese Überlegung kommt mir seit dem ersten Schwedenurlaub regelmäßig.) Wir kommen also nach ca. 15min an den eigentlich vorgesehenen Ausgangspunkt. Der Regen hat nachgelassen, die Regenjacken werden ausgezogen, sie sind von innen bereits stärker nass, als von außen. Der Weg ist gut ausgeschildert, wir sollten nach Überzeugung der Wegweiser nach 1h die Jause „Refugio Menaggio“ erreichen.

Als wir dort ankommen, haben wir rund 1,5h benötigt. Die Aussicht ist in der Tat beeindruckend. Es hat ein wenig aufgeklart, es ist noch dunstig. Der östliche Arm des Comer Sees ist in der gesamten Länge bis nach Lecco zu sehen, im Norden reicht die Sicht bis nach Dervio. Hinter uns das zu erklimmende Bergmassiv.

Die Hütte ist bewirtschaftet, d.h. es gibt ein paar einfache Speisen und frisches Wasser aus dem Brunnen. Aber wir wollen die Wanderung nach einer kurzen Verschnaufpause fortsetzen. Um genau zu sein, erfordert es etwas Überzeugungskunst die Mitwanderer davon zu überzeugen, dass wir die Wanderung fortzusetzen wollen.

Nun haben wir die Wahl zwischen drei Varianten. „Ferrata“ für die Erfahrenen scheidet sofort aus, bleiben „dirette“ oder „normale“ für Bergwanderer wie uns. Der Berg- und Wanderführer empfiehlt beide, je einen für Auf- und Abstieg. Wir nehmen „normale“, der etwas längere von beiden. In 1h 10min sollen wir planmäßig das Gipfelkreuz erblickt haben. Dass es anders kommen wird, ahnen wir recht schnell. Wir haben auf einer Entfernung von 600m Luftlinie ca. 350 Höhenmeter zu bewältigen. Das ist kein Spaziergang, sondern bei jedem Schritt eine spürbare Anstrengung. Der Weg wird felsiger und schmaler. Luise benötigt immer öfter eine stützende Hand. Nach unten sehen macht schwindelig. Familienfreundlichkeit sieht anders aus.

Wir erreichen nach einer weiteren Stunde erstmals eine größere Wiese auf der man sich sicher fühlen kann, nicht abzurutschen und etwas trinken und ausruhen kann. Meine Mitstreiterinnen geben auf. Ich kann ihnen nicht widersprechen, auch wenn wir dadurch gezwungen sind, den selben Abstieg zu wählen. Trotzdem: wir befinden uns auf 1600m, dem Ziel so nahe, möchte ich jetzt nicht aufgeben. Ich ziehe alleine weiter.

Schnell wird klar, dass die Tour nochmals anzieht. Die Sonne tut ihr übriges und verdrängt die Wolken endgültig. Es wird heiß. Der Weg wird schwieriger, schmaler, steiler, ich komme außerdem vom Weg ab. Sehe irgendwann meinen Fehler, weil die Markierung auf meiner Spur fehlt, dafür aber auf einem weiter unten parallel verlaufenden Weg wieder auftaucht. Laut Karte führen die Wege wieder zusammen. Davon können diese aber nichts wissen. Ich freue mich zunächst über die gewonnene Höhe, merke dann, dass ich auf einen anderen Gipfel zusteuere. Der Abstieg erscheint mir jetzt aber zu riskant und anstrengend. Kurz danach stehe ich auf einem Berggrat. Links und rechts ist ein bißchen weniger Platz für einen Fehltritt, als ich mir das gewünscht hätte, hätte mich jemand vorher gefragt. Auf allen Vieren mache ich schnell ein Foto für die Nachwelt. Dann „Augen zu und durch“, na gut, zumindest „und durch“, laufe den Grat entlang und sehe bald den eigentlichen Weg wieder, auf dem ich dann zum Gipfel gelange. Ich schieße ein paar Fotos zum Beweis, mehr für mich selbst. Sonst könnte ich mir das später selbst nicht glauben.

Der Blick ist wirklich überwältigend. Von hier oben sind sowohl der Comer See als auch der Luganer See zu sehen. Und noch so ein Kleiner, aber der zählt grade nicht.

Panorama Comer See und Luganer See

So recht geniessen kann ich den Blick nicht, Wolken dunkleren Typs sind in nicht allzu weiter Entfernung zu sehen und die zurückgebliebenen Frauen warten ohne Schatten in der Sonne. Also wieder abwärts. Auf dem „Via normale“ verläuft alles normal. Vielleicht habe ich mittlerweile auch nur genug Adrenalin im Blut.

Der Abstieg zuerst zu Frau und Kind und dann zur Hütte geht gut voran, erfordert aber höchste Konzentration und starke Kniee, weil das Geröll auf den Wegen schnell ins Rutschen gerät.

In der Hütte gibt es eine Stärkung. Die Portion Pasta ist ein wenig klein und dem vorangegangenen Kalorienverbrauch nicht angemessen. Die Polenta besticht durch einen delikaten Käse hat aber ansonsten gewürztechnisch gesehen Luft nach oben.

Polenta

Nach einem Kaffee in Espressotassen sind wir immerhin gestärkt für den letzten, unspektakulär verlaufenden Teil des Abstiegs. Am Auto angekommen, wird die aktuelle Uhrzeit mit 15 Uhr angeben. Mit Verwunderung und Ratlosigkeit wird die Bewertung der Tour in Gedanken durchgegangen. Ich möchte die Familie kennenlernen, die diese Tour in einer Zeit von 2 Stunden hin und 1,5 Stunden zurück unternimmt.Dann gibt es Pasta satt für alle.