Letzter Tag

Munch. Zu viel Kultur hatten wir bisher nicht konsumiert. Wieder einmal wurde Regenwetter versprochen, also war nochmal Museum angesagt. Trotzdem das Wetter nicht hielt, was es versprach, war das ein sehr lohnenswerter Besuch.
Wer von Edvard Munch nur „Der Schrei“ kennt, dem sei erstens gesagt, das Bild im Munch – Museum, im übrigen eines von mehreren, ist schöner als es die bekannten Reproduktionen sind und zweitens der Mann wäre vermutlich nicht so berühmt geworden, hätte er nicht noch ein paar weitere, sehr schöne Gemälde geschaffen, die ebenfalls wert sind, angesehen zu werden.

Fram

Zunächst aus niedrigen Beweggründen angesteuert, das Wetter war Museums reif, war es doch unerwartet interessant.
Das Fråm Museum auf Oslos Museuminsel Bygdøy.
Für die Nicht-Polarforscher unter uns:
F. Nansen liess sich dieses Schiff bauen, um sich mit dem und im Eis des Nordpols treiben zu lassen.
Kein Schiff ist jemals wieder näher am Nordpol gewesen.
Damals fanden nicht Alle diese Idee gut, aber die Aktion war gut geplant und verlief erfolgreich.
Zurecht sind die Norweger stolz auf diesen Forscher und haben um das Schiff ein Museum gebaut.

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Neben dem Original gibt es noch ein übersichtlicheres Modell wie das wohl damals ausgesehen haben muss.

Oslo

Angekommen in Oslo. Ein ziemlich verregneter und nebeliger Tag ist kein guter Einstieg in egal welche Stadt. Dann sind wir auch noch auf dem Weg zur Oper direkt in die Arme einer Großbaustelle gelaufen. Irgendwann wird das so hübsch, wie moderne Neubaugebiete eben hübsch werden können. Heute aber hätte ich darauf gerne verzichtet. Sieht ein bisschen so aus, wie Hafenviertel in Hamburg, wenn Hamburg Geld hätte. Die Oper ist ganz nett aber irgendwie auch nicht mehr. Keine geraden Wände sind das beherrschende Stilelement.

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Vielleicht sieht der Marmor bei Sonnenschein so beeindruckend aus, wie er teuer gewesen sein muss, heute blieb er ein wenig unscheinbar.

Makrelen, unverhofft

Am Abend servierte der Koch die restlichen Garnelen von Moritz Geburtstag. Spaghetti, Knoblauch und Garnelen in Weißwein Sahne Sauce. Angerichtet wurde im Garten, weil das Wetter es zuließ. Als alle gesättigt waren, klopft es an der Garage und der Nachbar schaut vorbei. In der Hand drei filetierte Makrelen, keine zwei Stunden zuvor gefangen. Was tun?
Alle waren satt, aber solch eine Gelegenheit zu einem solch frischen Fisch auslassen? Genau, das sollte man nicht tun.

Also kurzerhand den Grill angeworfen, der vom Vortag noch rumstand und die Makrelenfilets gegrillt. Nur Moritz konnte der Versuchung widerstehen, Makrelen sind nichts für ihn. Wir anderen haben es genossen und befürchten was handelsübliche Frische angeht, nun endgültig verdorben zu sein.

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Gletschermühlen

Am heutigen Mittwoch besuchten wir die Gletschermühlen in Fie.
Kein Mensch weiss wie diese Landschaft entstanden ist.
Irgendwas mit Wasser, Steinen und
Strömung. Sagen zumindest die Norweger. Aber sonst ist dort ja auch nichts, deshalb ist diese Theorie allein wegen ihrer Banalität so schwer zu widerlegen. Wie dem auch sei, die Felsformation ist gelungen um nicht zu sagen, sie ist unglaublich schön.

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Zugleich kann man dort in Ruhe baden, was auch daran liegen mag, dass es bisher nicht gelungen ist, einen Parkplatz in der Nähe zu bauen. Ein Fußmarsch von ca. 25 min sorgt für eine natürliche Auslese. Der Norweger mag es einsam, ein sehr sympathischer Wesenszug.

Sonntag

Der Tag begann mit einem Sonntagsspaziergang. Es war der zweite Versuch eine Badestelle zu finden, die uns der Ferienhausvermieter genannt hatte. Beim ersten Anlauf waren Moritz und ich fast im Walddickicht stecken geblieben. Heute fand ich erst gar keine Mitstreiter mehr. Trotzdem war ich heute erfolgreich, was heißen soll die Stelle ward gefunden.

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Einsam gelegen, schöner See,nahezu paradiesisch. Allerdings auch: Anmarsch zu Fuß ca. 25 min. und einige Höhenmeter. Ausserdem nach den zahlreichen Regentagen nicht trockenen Fußes zu erreichen.
Fürs erste bleiben wir also bei der etwas zugänglicheren Alternative.

Den Nachmittag haben wir in Kragerø verbracht. Gratis Eis genossen und uns den Wind um die Ohren pfeifen lassen.

Weil wir danach immer noch nicht nach Hause wollten, haben wir eine Cacheserie in Risør begonnen. Nach der vierten Station mussten wir abbrechen. Das Equipment hat versagt und wir waren zugegebenermaßen etwas naiv an die Sache herangegangen. Was in Deutschland schon ein T3 wäre, läuft hier noch locker als T2. Dazu später vielleicht mal mehr.

Und weil wir immer noch nimmer müde waren ging es noch ins Zentrum von Risør. Sonntag abends, das Epizentrum der toten Hose.

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Petri Heil

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Der stolze Angler mit einem gefangenen Dorsch. Das war schon Fisch Nummer 2. Der erste selbstgefangene Fisch war eine Makrele. Und alles mit einer selbst gebastelten Angel. Nach dieser Aufregung war erst einmal eine Pause auf einer kleinen Insel angesagt. Für die angekündigte Einkaufstour blieb keine Zeit mehr. Das Jagdfieber machte sich bemerkbar.
Es folgten dann zwei weitere Dorsche, von denen der eine direkt von der Angel sprang als er mich sah und der andere noch in den Kindergarten ging und wieder zurück gesetzt wurde.
Für ein vorzügliches Abendessen hat es aber gereicht. Luise empfand das Angeln als grausam, hat sich aber dennoch davon überzeugen lassen, den Fisch zu probieren.
Moritz hat die Aufgabe gehabt, die normalerweise der Rolle zukommt: Knotenfreies Aufwickeln der 150m langen Schnur. Das hat sehr gut funktioniert.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass einige Fehlalarme in Form von Seetang, Quallen und Verhakungen zu verzeichnen waren.
Alles in allem hat es riesigen Spaß gemacht.

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So sah es dann kurz vor der Zubereitung aus.