{"id":1282,"date":"2013-07-12T20:28:14","date_gmt":"2013-07-12T20:28:14","guid":{"rendered":"http:\/\/undnixandres.de\/xtrpps\/wp\/?p=216"},"modified":"2023-10-31T16:34:12","modified_gmt":"2023-10-31T15:34:12","slug":"monte-grona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/undnixandres.de\/fotogalerie\/wordpress\/2013\/07\/12\/monte-grona\/","title":{"rendered":"Monte Grona"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Sch\u00f6ne, abwechslungsreiche, familienfreundliche Tour auf einen Gipfel mit Rundum-Aussicht. Verl\u00e4ssliche Einkehrm\u00f6glichkeit ins bekannte Rifugio Menaggio.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Tour sollte unsere erste Ann\u00e4herung an die Bergwelt des Comer Sees sein. Mit 1730m H\u00f6he klang die Ank\u00fcndigung des Reisef\u00fchrers nicht nach einer allzu gro\u00dfen Anstrengung. Trotzdem gehen wir die Bergwanderung nicht blau\u00e4ugig an, sondern sind mit Bergschuhen gut ger\u00fcstet und wollen den sommerlichen Temperaturen, es hat hier am See durchgehend 29\u00b0C, durch einen fr\u00fchen Aufstieg entgehen.<\/p>\n<p>Die Wanderzeit ist mit 2h f\u00fcr den Aufstieg angegeben. Um vor der Mittagsonne am Gipfel zu sein, wollen wir also gegen 8:30 Uhr los. Mit reichlich Reserve, wie wir denken.<\/p>\n<p>Leichter Regen empf\u00e4ngt uns, als wir nahezu p\u00fcnktlich am Ausgangsort losmarschieren. Die Sicht l\u00e4sst kaum eine Unterscheidung von See, Bergen und Horizont zu. Wir sind bei der Anfahrt durch die Wolkendecke gestossen und befinden uns auf ca. 900m H\u00f6he.<\/p>\n<p>Gleich von Beginn an geht es z\u00fcgig aufw\u00e4rts. Unser Parkplatz ist etwas unterhalb dessen, den der Wanderf\u00fchrer gemeint, aber nicht exakt beschrieben hatte. Wir f\u00fchlen mit dem Auto, das auf der schlecht befestigten Strasse und den engen Serpentinen schon M\u00fche hatte und vor uns auf leicht erh\u00f6hte Betriebstemperatur kommt.(Beim n\u00e4chsten Autokauf ziehe ich einen 4-Rad-Antrieb in Erw\u00e4gung. Diese \u00dcberlegung kommt mir seit dem ersten Schwedenurlaub regelm\u00e4\u00dfig.) Wir kommen also nach ca. 15min an den eigentlich vorgesehenen Ausgangspunkt. Der Regen hat nachgelassen, die Regenjacken werden ausgezogen, sie sind von innen bereits st\u00e4rker nass, als von au\u00dfen. Der Weg ist gut ausgeschildert, wir sollten nach \u00dcberzeugung der Wegweiser nach 1h die Jause &#8222;Refugio Menaggio&#8220; erreichen.<\/p>\n<p>Als wir dort ankommen, haben wir rund 1,5h ben\u00f6tigt. Die Aussicht ist in der Tat beeindruckend. Es hat ein wenig aufgeklart, es ist noch dunstig. Der \u00f6stliche Arm des Comer Sees ist in der gesamten L\u00e4nge bis nach Lecco zu sehen, im Norden reicht die Sicht bis nach Dervio. Hinter uns das zu erklimmende Bergmassiv.<\/p>\n<p>Die H\u00fctte ist bewirtschaftet, d.h. es gibt ein paar einfache Speisen und frisches Wasser aus dem Brunnen. Aber wir wollen die Wanderung nach einer kurzen Verschnaufpause fortsetzen. Um genau zu sein, erfordert es etwas \u00dcberzeugungskunst die Mitwanderer davon zu \u00fcberzeugen, dass wir die Wanderung fortzusetzen wollen.<\/p>\n<p>Nun haben wir die Wahl zwischen drei Varianten. &#8222;Ferrata&#8220; f\u00fcr die Erfahrenen scheidet sofort aus, bleiben &#8222;dirette&#8220; oder &#8222;normale&#8220; f\u00fcr Bergwanderer wie uns. Der Berg- und Wanderf\u00fchrer empfiehlt beide, je einen f\u00fcr Auf- und Abstieg. Wir nehmen &#8222;normale&#8220;, der etwas l\u00e4ngere von beiden. In 1h 10min sollen wir planm\u00e4\u00dfig das Gipfelkreuz erblickt haben. Dass es anders kommen wird, ahnen wir recht schnell. Wir haben auf einer Entfernung von 600m Luftlinie ca. 350 H\u00f6henmeter zu bew\u00e4ltigen. Das ist kein Spaziergang, sondern bei jedem Schritt eine sp\u00fcrbare Anstrengung. Der Weg wird felsiger und schmaler. Luise ben\u00f6tigt immer \u00f6fter eine st\u00fctzende Hand. Nach unten sehen macht schwindelig. Familienfreundlichkeit sieht anders aus.<\/p>\n<p>Wir erreichen nach einer weiteren Stunde erstmals eine gr\u00f6\u00dfere Wiese auf der man sich sicher f\u00fchlen kann, nicht abzurutschen und etwas trinken und ausruhen kann. Meine Mitstreiterinnen geben auf. Ich kann ihnen nicht widersprechen, auch wenn wir dadurch gezwungen sind, den selben Abstieg zu w\u00e4hlen. Trotzdem: wir befinden uns auf 1600m, dem Ziel so nahe, m\u00f6chte ich jetzt nicht aufgeben. Ich ziehe alleine weiter.<\/p>\n<p>Schnell wird klar, dass die Tour nochmals anzieht. Die Sonne tut ihr \u00fcbriges und verdr\u00e4ngt die Wolken endg\u00fcltig. Es wird hei\u00df. Der Weg wird schwieriger, schmaler, steiler, ich komme au\u00dferdem vom Weg ab. Sehe irgendwann meinen Fehler, weil die Markierung auf meiner Spur fehlt, daf\u00fcr aber auf einem weiter unten parallel verlaufenden Weg wieder auftaucht. Laut Karte f\u00fchren die Wege wieder zusammen. Davon k\u00f6nnen diese aber nichts wissen. Ich freue mich zun\u00e4chst \u00fcber die gewonnene H\u00f6he, merke dann, dass ich auf einen anderen Gipfel zusteuere. Der Abstieg erscheint mir jetzt aber zu riskant und anstrengend. Kurz danach stehe ich auf einem Berggrat. Links und rechts ist ein bi\u00dfchen weniger Platz f\u00fcr einen Fehltritt, als ich mir das gew\u00fcnscht h\u00e4tte, h\u00e4tte mich jemand vorher gefragt. Auf allen Vieren mache ich schnell ein Foto f\u00fcr die Nachwelt. Dann &#8222;Augen zu und durch&#8220;, na gut, zumindest &#8222;und durch&#8220;, laufe den Grat entlang und sehe bald den eigentlichen Weg wieder, auf dem ich dann zum Gipfel gelange. Ich schie\u00dfe ein paar Fotos zum Beweis, mehr f\u00fcr mich selbst. Sonst k\u00f6nnte ich mir das sp\u00e4ter selbst nicht glauben.<\/p>\n<p>Der Blick ist wirklich \u00fcberw\u00e4ltigend. Von hier oben sind sowohl der Comer See als auch der Luganer See zu sehen. Und noch so ein Kleiner, aber der z\u00e4hlt grade nicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/undnixandres.de\/xtrpps\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/PANO_20130710_122233.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-228\" alt=\"Panorama Comer See und Luganer See\" src=\"http:\/\/undnixandres.de\/xtrpps\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/PANO_20130710_122233.jpg\" width=\"2176\" height=\"440\" \/><\/a><\/p>\n<p>So recht geniessen kann ich den Blick nicht, Wolken dunkleren Typs sind in nicht allzu weiter Entfernung zu sehen und die zur\u00fcckgebliebenen Frauen warten ohne Schatten in der Sonne. Also wieder abw\u00e4rts. Auf dem &#8222;Via normale&#8220; verl\u00e4uft alles normal. Vielleicht habe ich mittlerweile auch nur genug Adrenalin im Blut.<\/p>\n<p>Der Abstieg zuerst zu Frau und Kind und dann zur H\u00fctte geht gut voran, erfordert aber h\u00f6chste Konzentration und starke Kniee, weil das Ger\u00f6ll auf den Wegen schnell ins Rutschen ger\u00e4t.<\/p>\n<p>In der H\u00fctte gibt es eine St\u00e4rkung. Die Portion Pasta ist ein wenig klein und dem vorangegangenen Kalorienverbrauch nicht angemessen. Die Polenta besticht durch einen delikaten K\u00e4se hat aber ansonsten gew\u00fcrztechnisch gesehen Luft nach oben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/undnixandres.de\/xtrpps\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_20130710_133529.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-229\" alt=\"Polenta\" src=\"http:\/\/undnixandres.de\/xtrpps\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_20130710_133529.jpg\" width=\"3264\" height=\"2448\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einem Kaffee in Espressotassen sind wir immerhin gest\u00e4rkt f\u00fcr den letzten,\u00a0unspektakul\u00e4r verlaufenden Teil des Abstiegs. Am Auto angekommen, wird die aktuelle Uhrzeit mit 15 Uhr angeben. Mit Verwunderung und Ratlosigkeit wird die Bewertung der Tour in Gedanken durchgegangen. Ich m\u00f6chte die Familie kennenlernen, die diese Tour in einer Zeit von 2 Stunden hin und 1,5 Stunden zur\u00fcck unternimmt.Dann gibt es Pasta satt f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Sch\u00f6ne, abwechslungsreiche, familienfreundliche Tour auf einen Gipfel mit Rundum-Aussicht. Verl\u00e4ssliche Einkehrm\u00f6glichkeit ins bekannte Rifugio Menaggio.&#8220; Diese Tour sollte unsere erste Ann\u00e4herung an die Bergwelt des Comer Sees sein. Mit 1730m H\u00f6he klang die Ank\u00fcndigung des Reisef\u00fchrers nicht nach einer allzu gro\u00dfen Anstrengung. 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